opel brachte keine wahlpunkte und arcandor geht den bach runter

„wie schön könnte es doch sein, wenn endlich diese scheiß krise vorbei wäre. abends schlafen gehen und am nächsten morgen ist wieder alles so schön rosig, wie es vor september 2008 war!“
ich möchte nicht wissen, wie vielen leuten dieser gedanke durch den kopf geht. ja ja, früher war alles besser, da hatten wir noch unsere d-mark und klare feindbilder. und ein job bei opel war was für´s leben. jedes jahr ne nette gehaltserhöhung, den eigenen wagen immer schön billig beim opel gekauft und nach einem jahr ein neuer wagen. der „alte“ wurde dann entsprechend teuer auf dem freien werk als „jahreswagen“ vertickt. es war alles so schön gemütlich. scheiße, wenn da nicht die krise gekommen wäre. und jetzt noch solche typen, wie der sarazin aus berlin, der jetzt bei der ezb oder bundesbank arbeitet. der, wie die „bild“ schreibt, die frage stellt: „wer braucht eigentlich einen opel?! niemand!“
tja, wo er recht hat, hat er recht der mann! 30 millionen autos überproduktion im jahr weltweit. wer hat da noch auf einen opel gewartet?! niemand! zumal die marke ohnehin nur in europa verkauft werden darf. kann sich irgendjemand vorstellen, daß irgendwer in der welt auf ein fahrzeug der marke opel gewartet hat? ich weiß es nicht, aber was ich interessant finde ist, daß es um opel ziemlich ruhig geworden ist. ja, ja, ich weiß, der investor ist gefunden: magna. und mit magna im schlepptau die russen. allerdings war kürzlich auch in verschiedenen blättern zu lesen, daß das bieterverfahren für opel immer noch offen ist! da frage ich mich: was soll das? ich denke, alles ist klar. es scheint also doch nicht alles so klar zu sein, wie es scheint und magna kann immer noch abspringen. denn es gibt erst einmal nur vorverträge und absichtserklärungen. allerdings stand auch die europawahl vor der tür. und es droht weiterhin die bundestagswahl 2009. also immer schön den ball flachhalten, ja, wir haben arbeitsplätze gesichert, ja opel überlebt, ja, wir haben alles getan. würde mich nicht wundern, wenn da doch wieder holtzmann aufersteht. nach der wahl. na ja, lief eben doch nicht so, wie geplant! meine lieben, ich glaube, wir werden heir ganz fröhlich verschaukelt und desinformiert.
und was ist mit arcandor?! vor der wahl haben sich die damen und herren noch überschlagen mit parolen wie: müssen wir retten, hängen so viele arbeitsplätze dran, sonst veröden die innenstädte. na klar! was war eigentlich zuerst da? die henne oder das ei? was haben die kaufhausketten eigentlich zur verödung der innenstädte beigetragen? ein gutes beispiel ist in potsdams „einkaufsstraße“ in der innenstadt zu besichtigen. karstadt als magnet für die innenstadt? klein dummchen läßt sich das vielleicht erzählen. was ist eigentlich mit den ganzen einzelhandelsgeschäften, die in den letzten jahrzehnten von den kaufhäusern an die wand gedrückt wurden? und meine lieben: auch wir alle sind daran schuld, denn wir sind diejenigen, die ins kaufhause gehen oder in die einkaufszentren auf der grünen wiese. sicherlich hat der ein oder andere einzelhändler auch manchmal den zug der zeit verpaßt, keine frage es sind immer mehrere faktoren, die da zusammengekommen sind. aber zurück zu arcandor. kaum war die europawahl vorbei hieß es: keine hilfen aus dem rettungsschirm und auch kein hilfskredit durch die kfw. tschüß arcandor! selbst schuld, wenn sich die eigentümer nicht wirklich an der rettung beteiligen. wird jedenfalls gesagt. was die eigentümer (schickedanz, sal. oppenheimer) wirklich bereit waren, mitzutragen, wird nicht gesagt. aber darum geht es auch nicht. was mit dieser argumentation allerdings gemacht wird: den focus weg von der bundesregierung auf die bösen eigentümer. soll der volkszorn einfach mal eine andere richtung nehmen! verschwörungstheorie? mag sein, aber ich denke, für die regierung arbeiten genug psychologen, die wissen, wann und wie sie den focus durch zusammenarbeit mit den medien zu verändern haben. und in welche richtung. würde mich wundern, wenn´s anders wäre. in dem zusammenhang glaube ich nämlich nicht an zufälle.
und zurück zur eingangssequenz: meine lieben, die krise wird uns noch lange beschäftigen, jetzt kommen erst mal 1 million mehr arbeitslose (übrigens wurde seit mai die statistik geändert: leute, die sich in einer weiterbildungsmaßnahme befinden, werden nicht mehr mitgezählt. schön für die zahlen!), dann wird weniger konsumiert und dann geht´s weiter nach unten. also: decke über den kopf ziehen oder denselben in den sand stecken nutzt also nichts. spätestens, wenn der kopf wieder an die frische luft kommt, wird jeder einzelne mit den harten tatsachen konfrontiert. aber genug mit schlechten nachrichten für heute. ich will hier auch niemanden überfordern!

Eine Antwort schreiben