noch vor wenigen wochen wurde mehrfach von seiten der bundesregierung betont, dass es keine neuen oder weiteren konjunkturprogramme geben solle. seit heute gibt es zusätzliche hilfen für bauern (verbilligter agrardiesel) und unternehmen (entlastung bei der mehrwersteuer und günstigere veranlagung von zinsen im ausland). insgesamt umfasst dieses programm 3 mrd. euro. so läppert sich eins zum anderen. dazu kommt, dass die spd-geführten länder die geplante schuldenbremse nicht unterstützen wollen. stattdessen fordern sie auch weiterhin die möglichkeit ein, schulden bis zu einem bestimmten prozentsatz des bruttoinlandproduktes machen zu dürfen (platzeck in brandenburg fordert 0,15% des bip). ich hatte es bereits in einem vorhergehenden blog angekündigt, dass die wahl im herbst noch die ein oder andere überraschung bereithalten wird. inzwischen scheint es so, als ob alle dämme brechen und das geld mit beiden händen nur so zum fenster herausgeworfen wird. niemand weiß, was die banken letztlich noch kosten, selbst mit auslagerung der gefährdeten papiere in bad banks ist das problem nicht gelost. denn wenn gleichzeitig die auflagen für banken erhöht werden, die aufsicht verstärkt wird, werden diese toxischen papiere nicht mehr viel abwerfen. denn diese basierten auf dem system vor der krise. und selbst wenn banken für die papiere selber aufkommen sollen, und nicht mehr, wie ursprünglich geplant, der steuerzahler, so ist die kuh keineswegs vom eis. denn wenn diese paiere keinen gewinn mehr bringen, unverkäuflich bleiben, so haben die banken staatsbürgschaften für diese paiere. und wenn das nächste problem kommt, so ist jetzt schon gewiss, dass der steuerzahler wieder einspringen muss. anders kann die rechnung nicht funktionieren. und jedes „geschenk“, daß im augenblick verteilt wird, bedeutet: drastische steuererhöhungen nach der wahl. und, es sei auch noch einmal gesagt: die ezb wird genauso wie die bank of england und die us-zentralbank nicht umhinkommen, die geldpresse anzuwerfen. für mich ist es unverständlich, dass es scheinbar niemanden in veratwortlicher position, sei es in der regierung, in einer der parteien oder im wirtschaftssektor gibt, der diesem treiben einhalt gebietet.
zurückkommend auf meinen vorigen post „zusammensetzen der puzzleteile“ hier noch eine information aus einem ganz anderen bereich: der kunstmarkt, der ähnlich aufgeblaht war wie der aktienmarkt, hat im augenblick arge probleme. nicht nur, daß moderne kunst im augenblick kaum verkauft wird, es gibt auch kaum einlieferungen zu den auktionen. allerdings gibt es bieter, die sagen: „unsere währung wird immer unsicherer, dann lege ich mein geld in sachwerten an, und zwar in dingen, die ich liebe.“ (sueddeutsche zeitung im mai 2009, „es geht doch“). natürlich sind einlieferungen dünn. denn wer denkt im augenblick daran, sachwerte zu veräußern? um was mit dem erzielten gewinn zu tun? die sache ist zu unsicher und wenn leute darüber nachdenken, wie unsicher die währung wird, die locker mal eben mehrere hunderttausend euro oder dollar fur kunst ausgeben, was sollte dies dann allen anderen sagen?!
Verfasst von st8ment