merkel appeliert

November 28, 2009

wie nebenbei hat merkel in ihrem videopodcast an die banken apelliert, es nicht zu einer kreditklemme kommen zu lassen. warum das? kreditklemme?! krise ist doch vorbei! wirtschaft wächst wieder prächtig (0,7% gegenüber dem vorjahr)! da kann es doch kaum sein, daß irgendwer glaubt, es könnte klemmen!
je weiter wir uns von der bundestagswahl entfernen, desto weninger wird noch über die krise geredet. aber über alles andere: afghanistan, umweltschutz, kopenhagen, fußball usw.
alles wieder wie immer!
oder doch nicht?
es scheint beinahe so zu sein. die bundesregierung will den banken sicherheiten für kredite in höhe von 10 mrd. euro geben, damit diese dann kredite an kunden vergeben, wie dies auch vor der krise der fall war.
wie gesagt, eine kleine meldung, fast einmal wieder wie nebenbei. und das erinnert mich an die geschichte aus dem vorjahr, als die bundesbank einen drastischen anstieg der bargeldauszahlungen verzeichnete. und es erinnert mich daran, daß in den medien kaum darüber berichtet wurde (s.a. meinen post: „wir standen am abgrund“). und gleichzeitig gibt es meldungen aus dubai, daß das emirat um einen zahlungsaufschub für kredite gebeten hat. darauf ging der dax erst mal auf talfahrt. aus china werden überkapazitäten ungeahnten ausmaßes gemeldet. nun, krise vorbei?! wohl kaum, nur nicht mehr so hochgekocht. ist ja schließlich bald weihnachten! da soll sich doch keiner sorgen machen, sondern kaufen! und sich freuen und mit seinen lieben ein lied singen, kuschel und sich wohlfühlen!


tor, gerade wegen abseits

November 26, 2009

wie eine bombe platzte die nachricht in das so schöne „wir haben opel gerettet“-gefühl – gm will opel selbst behalten. ein verkauf an magna kommt nicht mehr in frage. erschütterung aller orten. dabei hätte man damit rechnen können, daß detroit das deutsche unternehmen selbst weiterführt. merkel reist nach rußland, hat gespräche mit medwedjew, worum ging es dabei wohl unter anderem?! die russische sberbank ist ein staatsunternehmen! und all die zusagen über mögliche deutsche hilfen zur rettung der arbeitsplätze! auch wenn das neue konsortium unter führung von magna die absicht hatte, 10.000 arbeitsplätze abzubauen. aber damit hatte man sich schon fast abgefunden, regierung und gewerkschaften waren bereit, diese pille zu schlucken.
es können auch nur politische vereinbarungen für den vorzug für magna gewesen sein, denn das andere bieterkonsortium wollte weniger staatshilfen. welche fäden im hintergrund gezogen wurden bleibt im moment unklar und wahrscheinlich wird es erst in ein paar jahren eine klärung geben.
nun hatten aber alle hoffnungsfrohen gm längst nicht mehr auf der liste, gerüchten zum trotz. man war sich sicher, der deal geht über die runden, letztlich ist es nur noch eine frage der zeit.
und dann platzte die bome: merkel hatte gerade in den usa eine tränenvolle rede gehalten, war von ihrem neuen freund obama zum flaghafen gebracht worden und befand sich auf dem rückflug nach deutschland. „gm wird opel nicht verkaufen!“ rumms!
obama: „ich hatte keine ahnung“
nö, wie auch. der konzern ist ja in staatshand.
merkel: vorgeführt wie eine anfängerin.
gewerkschaften: empört.
allerdings, so geht´s und das ist wirtschaft.
gm hat sein eigenes insolvenzverfahren in rekordzeit hinter sich gebracht, unprofitable bereiche geschlossen oder verkauft und „die macht war mit ihm“. warum also noch länger über einen verkauf an irgendein konsortium nachdenken! mit den womöglichen gefahren eines technologietransfers in ein marodes russisches automobilunternehmen. da wäre man ja schön blöd!
und plötzlich stehen die europäischen regierungen bei gm schlange, um staatshilfen anzubieten. nicht zuletzt auch deswegen, um arbeitsplätze im eigenen land zu erhalten. in deutschland tut man sich offiziel damit noch schwer, aber auch hier gibt es signale, das geld fließen zu lassen. es braucht nur ein bißchen zeit, ein paar widersprüchliche äußerungen und nachrichten, um die breite masse ein wenig zu verwirren, muskeln spielen zu lassen und dann zu sagen: „es ging nicht anders. wir müssen uns mit der situation abfinden, auch wenn es arbeitsplätze kostet.“
dieses spiel ist nicht neu und hat sich bisher viele male wiederholt.
gut gefällt mir dabei auch die rolle vom gesamtbetriebsratschef franz: gibt eine pressekonferenz nach der nächsten, bläst die backen und weiß wahrscheinlich längst, daß nicht viel rauszuholen sein wird.
zusammengefaßt denke ich, daßdeutschland geld zahlen wird, opel trotz allem nicht mehr autos verkauft und daß sich die marke in den nächsten jahren vom markt verabschiedet. dies nicht zuletzt auch deswegen, weil es im nächsten jahr heikel wird mit dem autoabsatz. abwrackprämie sei dank!


quelle, opel,einzelhandel: die krise geht weiter

November 5, 2009

das faß ohne boden, die hypo real estate, braucht noch mehr geld und bekommt 3 milliarden weitere euro. der vorstandschef sagte, es werden wahrscheinlich noch einmal 7 mrd. euro bis 2011 benötigt. und auch das wird dann wahrscheinlich immer noch nicht reichen, denke ich. außerdem werden die liquiditätsgarantien bis ende juni 2010 verlängert.
was gibt´s noch? widersprüchliche meldungen, aber das ist ja nichts neues. wurde zum besipiel noch im oktober gemeldet, daß die us-bürger kaufen, kaufen, kaufen, so meldet die „sueddeutsche“ am 04.11.09, daß die amerikaner ihre ausgaben im september verringerten. und das um 0,5% im vergleich zum august.
weiterhin meldet das blatt, daß der iwf davon ausgeht, daß die krise längst noch nicht vorbei sei. alle staatlichen konjunkturprogramme sollten weiterlaufen, noch mindestens 10-12 monate (iwf-chef strauss-kahn).

und meldungen von der lage im einzelhandel: dieser büßte im september 3,9% ein, nachdem bereits im september ein rückgang von 2,9% zu verzeichnen war. alle warten auf das weihnachtsgeschäft, der einzelhandel macht in den monaten vor weihnachten immerhin seinen stärksten umsatz. aber auch hier wird bereits diskutiert, was daraus wird, angesichts immer noch drohender steigender arbeitslosenzahlen. und quelle sowie opel (mehr dazu und dem geplatzten magna-deal in einem späteren post) sind nur die großen. wieviele kleine firmen es noch treffen wird, die schon jetzt am rande des aus stehen, ist längst noch nicht sicher. inzwischen wird auch schon mit einer schließungswelle im einzelhandel gerechnet, wenn denn das weihnachtsgeschäft miserabel läuft.
alles in allem denke ich, da wird noch einiges kommen in den nächsten monaten. wenn auch aus den schlagzeilen verschwunden, so ist die krise längst noch nicht vorbei und auswirkungen werden uns noch in den nächsten jahren beschäftigen.


rückblick oktober 09

Oktober 31, 2009

- weiterer preisverfall im september (-0,3% gegenüber dem vorjahresmonat)
- lebenshaltungskosten im oktober verharren auf dem vorjahreniveau
- dow jones geht am 14.10.09 wieder über 10.000 punkte, kann sich dort aber nicht halten und stürzt am letzten handelstag des monats um 2.5 % auf 9712 punkte ab
- bruttoinlandsprodukt der usa stieg im dritten quartal um 3,5% (in erster linie durch zunahme des privaten konsums)
- einzelhandelsumsatz in deutschland geht im oktober um 4.5% gegenüber dem vorjahr zurück
- für 2010 wird für deutschland ein wachstum von 1,2% prognostiziert
- quelle macht endgültig dicht
- der so oft schon „unterschriebene“ vertrag zwischen general motors und magna ist noch immer nicht unterzeichnet


quelle versiegt

Oktober 21, 2009

quelle ist geschichte, seit gestern. wieder ein paar arbeitsplätze weg. und alle fragen: wer hat schuld? der staat? die krise? das wetter? das management? die käufer?
nun, die frage ist klar, weil, wenn so etwas wie quelle pleite geht, arbeitsplätze verloren gehen, dann muß man hier auch immer irgend jemanden die schuld in die schuhe schieben. und in diesem zusammenhang, ohne daß ich hier jemanden die schuld in die schuhe schiebe, stelle ich maleine frage: wer ist eigentlich für die unternehmensentwicklung zuständig? wer beobachtet märkte, käufer, wer macht marketing, wer werbung? und wie wird dies gemacht? wieviel prozent der deutschen haushalte haben eigentlich noch den guten alten quelle-katalog auf ihrem nierentisch im wohnzimmer zu liegen?! wie werden heute die meisten dinge verkauft, die im guten alten q-k aufgelistet sind? diese fragen kann jeder selbst für sich beantworten. ich denke auch nicht, daß die krise wirklich den untergang des unternehmens ursächlich herbeigeführt hat. sie war wahrscheinlich nur der katalysator. und ich verstehe in diesem zusammenhang auch nicht, wie man von der bayerischen staatsregierung noch einmal 50 millionen euro locker machen konnte. für den druck des nächsten katalogs! anstatt hinzugehen und zu fragen: leute: wieviele kunden kaufen eigentlich noch per katalog? macht das denn überhaupt noch sinn?
und jetzt ist natürlich jeder der dafür verantwortlichen bemüht, schnellstmöglich stellung zu nehmen und zu sagen: „das geld ist sicher. das bekommen wir aus der konkursmasse wieder.“ na, ich bin mal gespannt herr seehofer! vielleicht wäre es doch in diesem zusammenhang mal eine idee erst zu fragen und dann zu handeln. anstatt im großen ausgabbenrausch noch mehr kohle aus dem fenster zu werfen.
und an dieser stelle ist es mir auch wichtig, noch einmal auf opel hinzuweisen: heute sollte endgültig der vertrag unterschrieben werden. was gehört? ich nicht. es gäbe da noch ein paar kleine unstimmigkeiten, nicht groß, aber immerhin. eine kleinigkeit besteht darin, daß die opel-mitarbeiter in deutschland am unternehmen beteiligt werden sollen. dazu „verzichten“ sie auf urlaubs- und weihnachtsgeld (weiß eigentlich jemand, wieviele monatsgehälter man als opel-mitarbeiter bekommt?). soweit, so gut. allerdings muß auf den betrag steuern gezahlt werden. logisch! damit sind die opel-mitarbeiter aber nicht einverstanden. deshalb ist die gewerkschaft gerade am verhandeln, eine möglichkeit zu finden, wie man diese steuern umgehen oder verringern kann. hallo?! wenn ich die geschichte weiterdenke, dann kann doch bei solch einer sache nicht wirklich was bei rauskommen. entweder ich beteilige mich am unternehmen, investiere also geld, was vorher auch versteuert wurde, oder ich suche mir immer wieder die kleinen ganz besonders süßen früchte, damit ich in jedem falle profitiere. würde mich doch mal interessieren, welche höhe der steuerausfall hat. insbesondere vor dem hintergrund, daß die kassen im augenblick so leer sein müssen, daß inzwischen ein schattenhaushalt von der neuen regierung aufgelegt wird und über eine anhebung des pflegebeitrages laut nachgedacht wird. ich bin mir sicher: der kommt!
was noch alles kommt werden wir sehen. und auf die e-mail frage: „geht die krise zurück?“ kann ich nur sagen: wie man´s nimmt. sie geht in der berichterstattung zurück, aber daß heißt nicht, daß sie überwunden wäre. und ganz ehrlich: ich glaube, das dicke ende kommt noch! in diesem sinne, schöne woche noch!


seit juni 2009 geht´s abwärts mit den preisen

Oktober 9, 2009

juni 2009 war der erste monat, in dem es keinen anstieg der preise mehr gab. ab juli ging es kontinuierlich nach unten, wenn auch nur langsam. auch im september wird über einen preisrückgang berichtet. und nach wie vor versucht man, dies nicht an die große glocke zu hängen. und schon gar nicht, ich wiederhole mich, von einer deflation zu sprechen. als begründung für den preisverfall werden immer wieder gesunkene energiepreise genannt, auch lebensmittel kommen inzwischen ins spiel. schauen wir uns die situation aber einmal genauer an, so sieht man, daß energie zumindest was benzin und diesel betrifft, günstiger geworden ist. strom dagegen nicht. gleichzeitig sind die tankstellenpreise für benzin und diesel schon wieder dabei, anzusteigen. woher kommt also der preisrückgang! es müssen mit sicherheit mehr ursachen sein, als die in den medien beschriebenen. und auch hier wiederhole ich mich: wer sich in den geschäften umsieht, der kann ein sonderangebot nach dem nächsten finden, gleiches gilt für preissenkungen, vorgezogene schlußverkäufe und und und…
zuzugeben, daß der preisverfall auf der ganzen linie stattfindet, und dies bereits seit monaten, hieße einzugestehen, daß es sich hier um eine deflation handelt. und zuzugeben, daß wir am beginn einr deflation stehen, hieße: meine lieben, die krise ist noch lange nicht überstanden, die krise geht weiter. deflation, absatzrückgang, erneuter einbruch der produktionszahlen und schlußendlich inflation. diese kreist derzeit ohnehin bereits in allen köpfen, der steigenede goldpreis gibt den vermutungen recht. und wie in einem vorhergehenden post beschrieben, rechnen wirtschaftsanalytiker mit einer inflation, die, wenn es gut geht „im knapp 2-stelligen bereich liegt“.
es geht voran. schönes wochenende!


opel ist noch lange nicht durch

Oktober 8, 2009

ende letzten jahres gab es nachrichten, dass der opelmutterkonzern gm in zahlungsschwierigkeiten steckt und auch opel akut von der finanzlage betroffen sei. opel, die gute alte deutsche traditionsmarke steckte allerdings schon länger in schwierigkeiten. management und gewerkschaften machten dafür gern den mutterkonzern verantwortlich. allerdings hat opel seit den neunziger jahren immer weniger autos verkauft und das nicht nur, weil die unfahigen in detroit sassen. in einer gemeinsamen aktion ging die ehemalige bundesregierung daran, den versuch zu unternehmen, opel aus der schräglage zu bringen. im verlaufe der monate wurde eine treuhand gegründet, die anteile des konzerns übernahm und gleichzeitig gab es von der regierung finanzhilfen. im gespräch waren insgesamt drei potentielle investoren. auf einen der drei verlegte sich die bundesregierung und auch die gewerkschaften wollten unbedingt „magna“ als investor. einzig guttenberg sprach von einer insolvenz als vernünftige lösung.
soweit so gut, die verhandlungen zogen sich hin und es sah über eine zeit so aus, als ob gm seine anteile an opel nun doch nicht verkaufen wolle. dann allerdings, gut zwei wochen vor der bundestagswahl in deutschland die meldung: opel wird an magna verkauft.
und im nachsatz bzw. kleingedruckten erfolgte der hinweis, dass natürlich noch eine ganze reihe von fragen geklärt werden müssen, bevor der vertrag endgültig unterschriftsreif sei. mit anderen worten: es kann auch alles noch ganz anders kommen.
ein wenig zum hintergrund: magna, ein autozulieferer aus österreich/kanada, wollte opel gemeinsam mit der russischen sperbank kaufen. diese wollten dann den russischen markt aufrollen und opel zu neuen hohen eben auf diesem markt führen. allerdings gab es schon recht frühzeitig stimmen, dass magna sich selbst probleme bereite, wenn sie denn opel kaufen. denn dann droht der abzug von aufträgen durch andere autohersteller. die gefahr eines „technologietransfers“ sei zu hoch. die gewerkschaften in deutschland machten immer wieder druck, dass sie nur mit der lösung magna einverstanden waren. und es schien so, als ob magna doch nicht zum zug kame. warum auch immer. im sommer weilte merkel dann in russland zu gesprächen mit dem russischen prasidenten medjedjew. nachdem sie zurückkam schien magna wieder im rennen zu sein. mich wurde doch interessieren, welche absprachen bei diesem treffen vereinbart wurden.
es verwunderte mich auch immer wieder, wie haufig sich der betriebsratsvorsitzende von opel zu wort meldete. keine nachrichten aus dem vorstand, dafur hielt franz umso häufiger sein gesicht in die kameras. und er wartete auch immer mit neuen drohungen diesbezuglich auf, sollte magna nicht den zuschlag bekommen. im august dann eine meldung aus amerika: gm will opel nun nicht verkaufen und selbst behalten. ein aufschrei ging durch die medien. der hintergrund: gm hatte erfolgreich das insolvenzverfahren abgeschlossen und war wieder kräftig genug, forderungen zu stellen. mit milliarden aus washington unterstutzt und einige seiner unrentablen marken verkauft bzw. geschlossen, konnte gm entsprechend auftreten. gleichzeitig wurden immer mehr stimmen in deutschland laut, dass sich die bundesregierung ja wohl doch zu früh auf magna festgelegt hätte. denn in der tat hatte niemand den plan im kopf, dass gm opel behält. soweit so gut. allerdings ware es ein unvorstellbares und für deutschland nicht darstellbares szenario gewesen, hatte gm nein zu einem verkauf gesagt. man stelle sich vor: merkel, steinmeier und wie sie alle heißen, plädieren fur einen verkauf an magna und gm sagt: no. das ganze wenige tage vor der bundestagswahl. schliesslich muss es wohl einige interventionen von deutscher seite gegeben haben, herr frantz, betriebsratsvorsitzender, war auch wieder des öfteren in den nachrichten zu sehen und drohte mit allem, was ihm einfiel, jedenfalls hiess es dann plötzlich aus detroit, dass man an magna verkaufen wolle. und gleichzeitig gab es den nachsatz, dass natürlich noch uber einige wichtige dinge weiterverhandelt werden musse. die kuh war erst mal vom eis und die bundestagswahl konnte über die bühne gehen.
inzwischen häufen sich jedoch die meldungen, wonach in deutschland nach auslaufen der abwrackprämie immer weniger autos verkauft werden. opel, nicht gerade stark in den hitlisten vertreten hatte noch einmal ein zwischenhoch während der abwrackprämie. zahlen über die derzeitige situation liegen allerdings nicht vor. es ist allerdings davon auszugehen, dass opel dem derzeitigen verkaufseinbruch nicht entgeht. und die frage ist dann: was macht opel noch attraktiv für den verkauf?


es wird nicht mehr so laut geschrieen, auch wenn die probleme die gleichen sind

Oktober 5, 2009

von der krise war in letzter zeit nicht mehr viel zu hören. man hatte fast denken können, es sei überstanden. so viele schöne meldungen: wirtschaft wächst wieder, export fängt an zu brummen…
allerdings, es war urlaubszeit und die bundestagswahl stand vor der tür. zwei grunde also, nicht allzuviel staub aufzuwirbeln. und dann auch noch die gute nachricht, es war fast wie weihnachten, opel ginge an magna.
aber wie es so ist: ab und an taucht dann doch wieder die ein oder andere nachricht auf und die die ist dann längst nicht so gut: einzelhandelsumsatz geht zurück, preise gehen weiter zurück (allerdings ist das noch lange keine deflation, nö, natürlich nicht!), bei opel ist noch lange nicht alles unter dach und fach, hypo real estate braucht noch mehr geld und im bundeshaushalt klafft ein tiefes loch (oh, wer hätte das gedacht!).
die meldungen finden sich nur nicht mehr auf der frontpage, sondern wie so manche unangenehmen dinge in verträgen, im kleingedruckten.
hypo real estate: auf der heutigen hauptversammlung teilte der chef der hre wieandt mit, dass weitere 7 milliarden euro benötigt werden. und das sei „nicht nur angemessen, sondern notwendig.“ ja wenn das so ist, dann wollen wir mal wieder 7 milliarden rüberschieben. ausserdem teilte wieandt mit, dass vor 2015 nicht mit der rückzahlung begonnen werden kann. na, das hätte uns auch gewundert. wollen es ja auch nicht übertreiben.
von den zur verfügung stehenden 98 milliarden euro sicherheiten wurden bereits 78 in anspruch genommen und wieandt ist der festen meinung, dass eine fortführung des geschäftsbetriebes nur mit hilfe von aussen möglich sei. es ist wahrscheinlich wirklich gut, erst mal ein paar milliarden in den wind geschossen zu haben, um auch sicher und ungeniert unbelästigt weiter machen zu können.
habe kürzlich im fernsehen einen bericht über schneider im fernsehen gesehen. das war der mit der zeil-galerie in frankfurt und ein paar weiteren bauprojekten in der republik. der hatte zwar auch ein paar milliarden in den sand gesetzt, clever wie er war, hatte er nicht einmal eigenkapital, aber dafür ging er in den knast. und im beitrag kam (mich wunderte es etwas) auch die beteiligung der banken an seinem spiel zur sprache. die wussten angeblich von nichts, obwohl es mehr als offensichtlich war, was er tat. guter richter: der schickte schneider nur fur 4 jahre in den knast, weil die banken allzu sehr über verschiedene dinge hinweggesehen hatten. scheinbar hat sich da bis heute nichts geändert. nur daß nuemand den mut findet, endlich mal klartext zu sprechen, und die verantwortlichen eben wirklich zur verantwortung zu ziehen.


er hat eine vision!

Oktober 5, 2009

steinmeier hat eine vision. und h. schmidt sagte einmal: „leute, die eine vision haben, sollten zum arzt gehen!“ es wird sich wohl nicht verhindern lassen, dass hier auch einige anmerkungen zum wahlkampf einfließen. denn, auch wenn es immer wieder versucht wird, die krise totzuschreiben, sie ist immer noch da und insofern ist der wahlkampf auch teil der krise. die parteien versuchen, die krise zu instrumentalisieren, sie zu nutzen, in der rechten und linken ecke und in der mitte..
eigentlich sollte hier noch mehr stehen, aber ich habe es dann nicht mehr geschafft. egal, steinmeier ist geschichte, auch wenn er 4 millionen neue arbeitsplatze schaffen wollte (ja ja, schon klar) und die krise geht auch ohne ihn weiter…


im oktober geht’s weiter

September 27, 2009

so, die wahl ist vorbei, schwarz-gelb stellt die neue regierung. interessant zu sehen, was da in bezug auf die wirtschaftskrise getan wird. kann sich westerwelle durchstzen und neue schritte gehen? macht merkel weiter wie bisher? ich weiss, da noch immer einige posts ausstehen, insbesondere zum thema opel. aber keine sorge, das kommt in den folgenden tagen.
wegen der wahl wird es im september auch keinen monatruckblick september geben.